1987 · Männer und Butterblumen

Erste Aufführungen am 23. und 24. Januar 1987 im Kanapee Hannover

Am Klavier: Andreas N. Tarkmann
Regie: Christa Stahr-Spolvint

aus dem Programmheft: 
„Ein Programm für eine Frau in Begleitung“, zu diesem mehrdeutigen Themenkomplex hat Alix Dudel eindeutige Texte und Chansons ausgesucht und unter Mitwirkung von Frau C. Spolvint zu einem amüsanten Abendprogramm zusammengestellt. Alix Dudel hat eine Ausbildung in Sprache und Spiel und 2 Jahre Tanztheater hinter sich. Ihr „Begleiter“ A.N.Tarkmann, studierte Oboe, Klavier, Musikpädagogik und betätigt sich als Instrumentalist, Arrangeur und Journalist im Bereich der U- und  E-Musik. (… und Kändler ist ein Hannoveraner, von dem man noch viel hören wird.)

Foto: Armin Plöger

Programm

Rezensionen (Auswahl)

Alix Dudel zu Gast im Odeon

Wie einst Zarah Leander

Sie kommt eigentlich nur auf die Bühne, weil sie ihren Mann sucht, der ihr irgendwie durch die Wohnungstür entflutscht sei. Offensiv, charmant und scheinbar etwas schusselig verplaudert Alix Dudel sich über Banales aus dem Haushalt, und im Handumdrehen hat die schüchterne Quasselstrippe das Publikum schon eingewickelt. Traumwandlerisch durchquert sie den Raum, erzählt hier erkundigt sich dort, jedoch auch nur ansatzweise aus der Rolle zu fallen. Als sie mit dem Singen beginnt, glaubt man die leibhaftige Zarah Leander zu hören: In der Tiefe hat die Stimme von Alix Dudel das gleiche Vibrato und in der Höhe das sanft schmeichelnde Summen…

… Die kleine Bühne des Odeons, in dem überall kleine Lichter funkelten umgab die verwandlungsfähige Alix und alle Zuhörer wie ein Zauberkabinett. kasch

Hannoversche Allgemeine Zeitung 01.10.1987

Chanson und Szenen mit Alix Dudel im Kulturgut Heiningen

Leise, eindringliche Töne

Ein zum Kaffeehaus umgebauter Barocksaal, man sß, plauderte bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein. Bis zu dem Moment, als Alix Dudel im „kleinen Schwarzen“ den Saal betrat, mit leiser, dezenter Stimme das Publikum begrüßte und – faszinierend: das Timbre kennt man doch! Oder doch noch nicht? Namen wie Marlene Dietrich, Zarah Leander, Therese Giese oder Hanne Wieder kommen ins Gedächtnis, und beinahe ist es, als setze Alix Dudel deren Tradition fort, allerdings in höchst eigener Manier. …

… Konzentriertes Zuhören und begeisterte Aufnahme eines perfekten Chansonabends waren der Dank an die Künstler.

Wolfenbütteler Zeitung, 12. Februar 1988

Alix Dudel, von Andreas Tarkmann am Klavier begleitet, in der Zeltbühne Wackelkontakt

Das deutsche Chanson lebt von seinen Klassikern

Den Klassikern des literarischen Chansons ist das Programm von Alix Dudel und Andreas Tarkmann in der Zeltbühne Wackelkontakt gewidmet: „Männer und Butterblumen“. Hintergründig Sarkastisches überwiegt, schwarzhumorige Aggressivität, die, von Männern formuliert, immer damenhaft bleibt.

Emma ist noch kostümiert mit Flitter und Stöckelschuh. In Texten von Wedekind, Kästner, Tucholsky und Brecht mischen sich Ironie und Tiefsinn, und nach Schwitters‘ gar nicht dadaistischen Anti-Kriegs-Versen zeugt die Stille im Zelt vom Schockeffekt der Stimmungskontraste. Alix Dudels bemerkenswert dunkle, wandlungsfähige Stimme wird dem Brechtschen Balladenton ebenso gerecht wie der Operettenparodie.

Die aufgesetzten Allüren einer Diseuse und die genreübliche Koketterie vermeidet sie, und die obligate Federboa legt sie um wie ein notwendig-übles Requisit. Femme-fatale-Touch hat die Sängerin nur in der Kehle, und das ist wohltuend.

Als Zugabe singt Alix Dudel eine schöne Parodie der großen Gesten und Gefühle schmachtender Ufa-Göttinnen: „Adieu“. Das deutsche Chanson lebt offenbar, soweit von Frauen gesungen, noch immer von seinen Klassikern.

Susanne Heyden, Volksblatt Berlin, 02.10.1988

Literarischer Abend der leichten Muse mit Alix Dudel in der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade

Publikum im Literatur-Café auf liebevolle Weise geohrfeigt

APENRADE. Wer sich am Mittwochabend bei Jahrgangssekt und Knabbergebäck im Literatur-Café der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade nicht amüsierte, war entweder nicht anwesend oder hat von der charmant-liebevollen Art des Ohrfeigens der Diseuse und Chansonette Alix Dudel nichts mitbekommen.

In Begleitung des Pianisten Andreas N. Tarkmann fand die 185 Zentimeter große Schauspielerin und Sängerin unter den rund 50 amüsierten Zuhörern ihre Mit- und Gegenspieler, sprach das aus, was (einige) Frauen über Männer denken. Wohl wissend, dass sie in ihrer tiefgründigen Unterhaltung in kurzen Momenten das Wesen der Frau durchblicken ließ.

Bei einem literarischen Abend der leichten Muse kam Alix Dudel, schwarz gekleidet und mit Hut, Boa und Zigarettenspitze als einzige Requisiten, eher zufällig in den Raum – auf den hohen Absätzen noch gerade unter dem Türrahmen durch. Ihr Mann sei ihr „weggeflutscht“ – und alsdann nahm ihre Show in der Tradition der 20er und 30er Jahre ihren Lauf – rhetorisch und artikulatorisch eine Ohrenweide. …

Nordschleswig, 13. Oktober 1989

Tolle Schülerin der Detmolder Professorin Spolvint

Große Diseuse in Hiddesen

1,85 Meter groß, superschlank, eine Stimme, die von „orgelnder“ Zarah-Leander-Tiefe bis zu glitzernder Marlene-Dietrich-Ironie „instrumentiert“ ist: Alix Dudel. Von der Dozentin für Sprechen, der Detmolder Hochschulprofessorin Christa Spolvint, lässt sie sich beraten, ganze Chansonprogramme inszenieren, „schleifen“, dass es eine Ohren- und Augenpracht ist. Wenn es mitunter heißt, dass die große Zeit der deutschen Diseusen vorbei ist, lässt Alix Dudel dieses Klischeeurteil wie ein Kartenhaus in sich einstürzen…

Dr.H.Wi., Lippische Rundschau, 13. Dezember 1989

Tolle Schülerin der Detmolder Professorin Spolvint

Literatur mit Musik und Biss

HAMELN. Sprachgewandt mit Charme und Witz gestaltete die Schauspielerin und Sängerin Alix Dudel gemeinsam mit Andreas N. Tarkmann am Klavier die Dewezet-Nachtausgabe am gestrigen Abend…

Hameln, DeWeZet Nachtausgabe, 06. Feburar 1990

Alix Dudel nahm die Männer charmant aufs Korn

Der Funke sprang über

WOLFENBÜTTEL. Alix Dudel aus Hannover liebt den Kontakt und bezieht das Publikum mit ein. „Man braucht die Atmosphäre kleiner Räume, um den Funken überspringen zu lassen“, lautet ihre einfache, aber erfolgreiche Devise. Diese bewies sie auch am vergangenen Freitag im Gewölbe, wo sie im Rahmen der Ersten Wolfenbütteler Kabarett-Wochen des Forums Kultur ihr Programm „Männer und Butterblumen“ vorstellte. …

Wolfenbütteler Zeitung, 12. März 1990

Diseuse Alix Dudel zog Publik um in ihren Bann

Zeitgeschehen witzig-grotesk aufs Korn genommen

BAD BERLEBURG. „Liebe macht viele schöne Stunden, Treue keinen Spaß“. „Ob es einen gibt, der Freund ist und Liebhaber?“ Frauengedanken, Frauen(alltags)leben und Frauenempfinden, vorgetragen von Alix Dudel im Rahmen des Kulturprogramms des Kulturrings der Wittgensteiner Kuranstalt. …

… Eine außergewöhnliche Künstlerin. Alles an dieser Frau erscheint außergewöhnlich. Angefangen bei dem Namen, der kein Künstlername ist, über die eindrucksvolle Körpergröße von 1,85 Meter und die tiefe, noch ausbaufähige Zarah-Leander-Stimme stellt ihre gesamte Erscheinung und Ausstrahlung mehr als nur die Erinnerung an große Erfolge des deutschen Chansons dar. Die Hannoveraner Künstlerin schlug denn auch bei ihrem Gastspiel in der Odebornstadt das Publikum in ihren Bann. …

Siegener Zeitung, 22. September 1990

Alix Dudel sprach und sang und spielte in Meerdorf

Ein Naturereignis, naiv, verrucht und intellektuell

WENDEBURG-MEERDORF. Musikalisch-literarische Programme zu geben und dabei auf die Klassiker des Genres (Tucholsky, Kästner und Co.) zurückzugreifen, ist problematisch…

… Sie wäre schon gut, wenn sie nur den Vamp spielte. Aber Alix Dudel ist mehr: verruchtes Gretchen, Clown und Biest, Naive und Intellektuelle. Dazu ist sie permanent Dienerin der Textdichter und Komponisten: anrührend bemüht, Verständnis für deren Kunst zu wecken. Und das ist es letztlich, was ihre im positiven Sinn artifizielle Gestaltung so sympathisch macht. …

Peiner Allgemeine Zeitung, 26. August 1991

Alix Dudel gastierte mit ihrem sehenswerten Programm "Männer und Butterblumen" in der "Alten Mühle"

Ständig lag ein laszives Knistern in der Luft

BAD VILBEL. In einer Epoche der dezibelstarken Medien ist kaum Platz für künstlerische Askese. Aus dem Blick der Öffentlichkeit ins kulturelle Schattenreich verdrängt, fristen die besinnlichen Themen ihr Dasein. Pointierte Gesellschaftskritik gepaart mit melodienkargen Chansons aus der Zeit zwischen den Weltkriegen bekommt, obwohl in der Aussage nach wie vor gültig, heutzutage eine anachronistische Färbung. Vielleicht gerade deshalb gelingt Alix Dudel die Illusion damit so leicht.

So ungewöhnlich der Name, so ungewöhnlich die Frau…

Manfred Merz, Wetterauer Zeitung, 19. Februar 1993

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