Wie es eigentlich begann, ...

... das ist nicht mehr genau festzustellen.

Nach intensiven Jahren des Lernens und Ausprobierens von Körper, Stimme und Ausdruck der Entschluss, ein eigenes Soloprogramm auf die Beine zu stellen. Chansonklassiker von Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Friedrich Hollaender werden geprobt, einstudiert und inszeniert. Das war 1987. Eine große, schlanke Frau mit  rauchigem Timbre erinnert an die Zeit, in der die Bilder laufen lernten. Als in Kabaretts und Varietés verruchte Frauenzimmer oder große Damen Couplets und Lieder zum Besten gaben, die direkt oder indirekt vieles von dem erzählten, was sonst nur geflüstert wurde. Und sie bekommt viel Applaus.

Seitdem ist viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen.

Es folgen drei weitere Soloprogramme, Gastspiele an vielen Orten, auf Festen und Feiern freuen sich Geburtstagskinder oder Hochzeitspaare über das Geschenk ihrer charmanten Unterhaltungskunst. Die Texte des Schriftstellers Friedhelm Kändler werden durch sie lebendig und erheitern und verblüffen zugleich. Sie gibt mit ihren stilvollen Conférencen den Rahmen und den Raum für Artisten aus aller Welt, die im Tigerpalast in Frankfurt eine Heimat für ihre Kunst gefunden haben. Bei allem ist sie feinsinnig ausdrucksstark.

Es ist nicht leicht, eine Stimme auf Papier zu beschreiben.

Die Zeit der Langspielplatte ist vorbei, der Hörgenuss wird auf CD gebannt. Die Booklets von "Ich geh ins Wasser" (1992) und  "Nummer 9" (1997) sind ein Augenschmaus. Wer im rechten Moment und am richtigen Ort sein Radio auf die Frequenz 90,9 stellte, der konnte Neues aus aller Welt oder Nachrichten vom Lande aus ihrem Munde hören. Nach einer Konzertreihe (2001) in Berlin erhalten sie und ihr Pianist Uli Schmid eine Einladung der Brooklyn Academy of Music nach New York. Sie nimmt die Einladung an. Und kommt gut gelaunt zurück.

Eine außergewöhnliche Frau lebt ihre Kunst.

Sie liest. Sie spricht. Sie singt. Sie geht. Sie steht. Sie lächelt. Sie wartet. Sie freut sich. Sie liebt. Sie verführt. Sie begeistert. Sie lebt. Sie mag Überraschungen. Dem Anruf aus dem Stadttheater folgen fröhliche Neujahrskonzerte in Hildesheim. Wenig später gibt sie die Madame Beaubuisson in der Operette "Der Opernball". – "Alles passiert immer mir" – so heißt das Programm, das sie ab 2006 mit Peter Müller am Piano präsentiert. Lieder und Texte von F. Kändler, G. Kreisler, F. Hollaender u. a. – sie lebt ihre Facetten.

Es ist an der Zeit.

"Gestern war ich morgen schon" – ein Programm mit Uli Schmid (Piano) und Volker Thies (Tenor). Heiter und böse. Die Worte verfehlen nicht ihr Ziel. Das Herz. Den Verstand. Das Gefühl. Unterhaltung auf hohem Niveau – an der Zeit – unverkennbar:
Alix Dudel

 

Das neue Programm: Sozusagen grundlos vergnügt.

 

Alix Dudel wird von einem Gitarristen begleitet. Sebastian Albert aus Hamburg spielt die Vertonungen der Gedichte von Mascha Kaléko sehr einfühlsam und erweist sich mit seiner klassischen Gitarre als großartige Bereicherung für das neue Programm. Im Mai 2011 erscheint bei duo-phon records in Berlin die CD “Sozusagen grundlos vergnügt”, aufgenommen im Kleinen Sendesaal des Funkauses Hannover. Sie wird sehr gut besprochen und das Programm geht auf die Reise und gewinnt von Aufführung zu Aufführung an Leichtigkeit und Tiefe. Diese besondere Zusammenarbeit macht Lust auf mehr.

 

mehr.

 

2013 beginnt die Arbeit zur zweiten gemeinsamen Produktion. Die neuen Zeitalter. Ein Bertolt-Brecht-Abend mit Gitarre. Was für eine Aufgabe! Inzwischen schreiben wir das Jahr 2016 und ich beginne daran zu glauben, dass es gut ist, was wir tun.